"zum Nachdenken!"

Die Querschüsse haben sich aus den „aktuellen“ Beiträgen der IWÖ entwickelt. Ursprünglich nur Themen, die mit Waffenrecht und der diesbezüglichen Politik zu tun hatten, hat das nach und nach ein Eigenleben bekommen. Das ist manchmal so und man kann das auch nicht immer steuern.
Jedenfalls erscheinen jetzt die „Querschüsse“ unter meiner persönlichen Verantwortung. Es wird nach wie vor Gastbeiträge geben – gezeichnet oder ungezeichnet - wie es mir gerade gefällt.
Alles, was hier erscheint, kann kostenlos vervielfältig und verbreitet werden. Eine Quellenangabe ist aber erforderlich, eine Spende an die IWÖ wäre anständig.
Reaktionen sind erwünscht (iwoe@iwoe.at). Beantworten werde ich, was geht. Wenn aber keine Antwort kommt, heißt das nicht, daß ich die Reaktion nicht gelesen habe. Ich lese alles.

Für den Inhalt verantwortlich:

Dr. Georg Zakrajsek
Museumstraße 5
A-1070 Wien

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

es gibt Neuigkeiten für Sie, Damen und Herren bei "Querschüsse".

Was sind die Querschüsse?

Die Querschüsse sind Ausdruck der verfassungsrechtlich garantierten Meinungsfreiheit. Man liest hier Dinge, die man in anderen Medien nicht lesen kann, nicht hört, nicht sieht. Ich sehe meine Aufgabe darin, abweichend von der verordneten öffentlichen Meinung, abweichend von den staatlich kontrollierten und beaufsichtigten Massenmedien, andere Ideen, andere Betrachtungsweisen zu Wort kommen zu lassen.
Manchmal erfolgt das in ironischer, satirischer Form. Ungereimtheiten und Verlogenheit werden mit spitzer Feder, scharfen Worten und treffenden Cartoons aufgespießt. Kritik kann manchmal Kunst sein.
Georg Zakrajsek

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Zeuge der Anklage

Die Justiz kommt nicht weiter, das Verbrechen wächst unseren Staatsanwälten über den Kopf. Die Großen laufen davon, nicht einmal die Kleinen hängt man.
Unsere Justizpolitiker haben anscheinend viele US-Krimis gesehen – Einspruch, Euer Ehren! – und sind auf die Kronzeugenregelung verfallen. So ein Kronzeuge ist ja was Schönes: Er packt aus und die bösen Buben wandern hinter Gitter. Seine Belohnung: Straffreiheit.
Bei der US-Mafia mag das vielleicht gut funktionieren, kann aber sicher keine seriöse Ermittlungsarbeit ersetzen. Der Kronzeuge allein tut es ja nicht, denn ob er wirklich ein guter brauchbarer Zeuge ist, muß sich auch erst erweisen.
Und so ist die von unserer Justiz vorgeschlagene Kronzeugenregelung eine Bankrotterklärung. Selber bringt man nichts zusammen, man setzt daher auf die Mithilfe von Verbrechern, Mittätern oder Anstiftern.
Tatsächlich ist unsere österreichische Lösung weniger eine Kronzeugenlösung sondern eine Verräterlösung. Unser „Kronzeuge“ muß ja, schon bevor er selbst in Verdacht kommt, alles anzeigen und niederlegen. Dann erst ist er straffrei.
Das geht in die Richtung des „agent provocateur“, der ja mit gutem Grund verpönt ist. Beispiel: Jemand plant im Auftrag der Polizei ein Verbrechen, bereitet alles vor, kundschaftet aus, engagiert die Mittäter, hilft bei der Ausführung und läßt dann alle auffliegen. Er bleibt heraußen, die anderen – obwohl von ihm verführt und angestiftet, werden verurteilt.
So nicht!
Der Staat sollte sich nie zum Komplizen der Verbrecher machen, auch wenn das der Frau Justizminister und der sie bewundernden Journalistenhorde noch so gut gefällt.
Aber die Sitten sind verdorben. Die Finanzbehörden kaufen Disketten von Verbrechern und verfolgen Steuerflüchtlinge auf Grund gestohlener Daten. Die Waffenbehörden stellen Fallen und legen ahnungslose Frauen bei der Waffenkontrolle hinein und wie man bei Geschwindigkeitskontrollen vorgeht, wissen alle von uns.
Wir hätten gerne, daß unser Staat ehrlich bleibt, daß man unterscheiden kann zwischen Strafverfolger und Straftäter und daß man bei der Wahl der Mittel wenigstens einen Funken Ethik bewahrt.


Mit freundlichen Grüßen
Dr. Georg Zakrajsek